Bei Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerung verläuft die Sprachentwicklung in etwa nach dem gleichen Muster, wie bei anderen Kindern. Allerdings durchläuft das Kind die Phasen zeitlich deutlich verzögert.

Im Gegensatz dazu ist bei den Störungen der Sprachentwicklung eine Abweichung von diesem Muster zu beobachten, beispielsweise könnte ein Kind schon schwierige Wörter aussprechen, leichte Buchstaben, die normalerweise als erstes erworben werden, sind aber noch fehlerhaft. Oder es kann zwar lange Sätze bilden, ist dabei aber nahezu unverständlich.

Vom reinen Dysgrammatismus spricht man, wenn der Satzbau noch fehlerhaft ist, aber die Aussprache und andere Ebenen des Spracherwerbs korrekt beherrscht werden.

Das Kind sagt beispielsweise »ich nicht Kindergarten will!« oder »Wir fahren mit das Auto«.

Hier handelt es sich um Störungen des Redeflusses, die auch als psychisch sehr belastend empfunden werden können. Stottern bezeichnet einen verzögerten Redefluss, bei dem durch Wiederholungen, stumme Pausen oder Dehnung von Wortanfängen ungewollte Verzögerungen entstehen.

Beim Poltern ist der Redefluss zu schnell. Es werden Einzelheiten verschluckt, so dass das Sprechen teilweise bis zur Unverständlichkeit beschleunigt und »genuschelt« ist.

Anzeichen sind ein offener Mund mit teilweise vorne-unten liegender Zunge. Das Gesicht kann wenig beweglich sein, so dass auch die Mimik eingeschränkt ist.

Die Mundmuskulatur leistet beim Sprechen, Essen und Schlucken eine Vielzahl von komplexen koordinierten Bewegungsabläufen. Beeinträchtigungen im Muskeltonus, im Ablauf des Schluckreflexes, Sensibilitätsstörungen, Kiefer- und Zahnfehlbildungen und anderes können zu einer Beeinträchtigung der Aussprache sowie zu Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken führen. Einige Zahn- und Kieferfehlbildungen müssen sogar als Folge einer gestörten Mundfunktion angesehen werden.

Wenn die Mundbewegungen beim Schlucken nicht korrekt ausgeführt werden, spricht man von einer Schluckstörung. Dies kann auch durch neurologische Erkrankungen bedingt sein.

Eine Schluckstörung ist unter anderem zu vermuten, wenn beim Essen die gekaute Speise nicht vollständig heruntergeschluckt werden kann oder es häufig zu Verschlucken und Husten kommt.